Die AST-Volksschule im Zentrum der Veränderung
Im Rahmen der Voruntersuchungen wurde als ein zentrales Problem in Forchheim-Nord die Beschäftigung- und v.a. die Bildungssituation benannt.
Im Rahmen der Arbeit in der Initiativgruppe Bildung und Qualifikation ist ein intensiver Kontakt und Austausch mit der AST-Volksschule entstanden. Zunächst wurde als Hauptproblem von Lehrern formuliert, dass viele Schüler ihre Hausaufgaben nicht ausreichend bearbeiten würden und deshalb ein schulischer Erfolg beeinträchtigt ist. Schnell wurde bei der Diskussion von Lösungsschritten klar, dass eine einfache Hausaufgabenbetreuung für die auffälligen Schüler kein ausreichender Lösungsansatz ist. Zum einen sind die Probleme der Kinder vielfältig (von Sprachproblemen bei Kindern mit Migrationshintergrund, über Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, die kaum den Schulerfolg unterstützen (können) bis hin zu einer Vernachlässigung der Kinder, weil durch Berufstätigkeit oder Überforderung keine ausreichende Beschäftigung mit den Kindern realisiert wird). Zum anderen gibt es viele Methoden, Berufsgruppen und Ansätze die Schule weiter zu entwickeln.
Um von Lösungen profitieren zu können, die an anderen Orten bereits funktionieren, wurde eine Exkursion nach Köln und Aachen im Oktober 2004 durchgeführt. Dort wurden Projekte besucht, die den positiven Übergang Schule-Beruf fördern, Schulmüden neue Chancen geben, oder Ganztagsangebote im "Lebensraum Schule" integrieren. Von dieser Exkursion, an der ca. 30 Verantwortliche aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden, Bildungsträgern und nicht zuletzt aus dem Bereich Schule teilnahmen, wurden viele Ideen mit nach Forchheim gebracht.
Inzwischen wurden im Rahmen von LOS-Projekten einige der gewonnenen Ideen umgesetzt. Beispiele dafür sind z.B. die Fahrradwerkstatt, die Projekte des Bildungsträgers KONZEPTbildung zur Unterstützung von Schulmüden und probl. Schülern im Übergang Schule-Beruf sowie das Projekt LOSgehts des ISO e.V. mit dem Handwerker projektorientierte Angebote zur Berufsorientierung in die Schule einbrachten.
Neben diesen neuen Ideen konnte nach längerem Vorlauf eine bereits etwas ältere Idee umgesetzt werden: Seit dem 1.3.2005 gibt es eine Schulsozialarbeiterstelle an der AST, die Seit September 2008 mit Herrn Jürgen Findess besetzt ist.
Insgesamt hat durch eine Vielzahl auch rein schulinterner Projekte, verknüpft mit den neuen Arbeitsansätzen, der Prozess der Schulentwicklung deutlich an Fahrt gewonnen.
Viele Arbeitsansätze mit gemeinsamen Zielen
Schule, Tagesbetreuung, Schulsozialarbeit, Bildungsträger und Jugendarbeit arbeiten vielfach eher nebeneinander her als zusammen. Im Rahmen der anstehenden Entwicklungsprozesse wurde ein gemeinsames Konzept in verschiedenen Konzeptionsgruppen erarbeitet, das alle diese Teilbereiche in ein gemeinsames Zielsystem einordnet und Kooperationen grundlegt. Dieses Konzeptpapier können Sie hier einsehen: konzeptionspapierschulealslebensraum.pdf [284 KB]
Jugendarbeit an der Schule
In den Arbeitsgruppen waren sich alle Beteiligten einig, dass es das Jugendarbeitsangebot im Forchheimer Norden weiter zu entwickeln gilt. Wichtige Grundsätze bei der Entwicklung einer Konzeption waren:
- Das Angebot soll von möglichst vielen Jugendlichen genutzt werden.
- Bestehende Angebote von Vereinen und Verbänden sind soweit als möglich einzubeziehen.
- Die räumliche Gestaltung sollte vorhandene Ressourcen einbeziehen.
Momentan wird auf dieser Grundlage diskutiert, neue Räumlichkeiten für Jugendarbeit an die Adalbert-Stifter-Schule anzugliedern. Das Angebot soll mehr als koordinierende Plattform und weniger als "Entertainment" angelegt sein. Träger von Angeboten für Jugendarbeit, von z.B. THW über Kirchen bis hin zu Theatergruppen, sollen sich in diese Struktur einklinken können. Wichtig ist dabei, dass eine Zusammenarbeit mit der Schule von Seiten der Jugendarbeit "auf einer Augenhöhe" möglich ist. Das erfordert durchdachte Kooperationsstrukturen, aber auch eigene Räume. Vorteil einer räumlichen Anbindung und konzeptionellen Abstimmung des Angebotes offener Jugendarbeit mit der Schule ist eine (tlw.) Mehrfachnutzung von Räumen und die Unterstützung eines Schulmodells (Schule als Lebensraum) aus einem Guss.
Ganztagsangebote der AST
Ein zentraler Lösungsansatz für die vielfältigen Probleme und die daraus abgeleiteten Ziele ist ein neues Ganztagesangebot an der Adalbert-Stifter-Schule. Sowohl für den Grundschulbereich, als auch für die Hauptschule wird ab Herbst 2005 jeweils einzügig ein Ganztagesangebot etabliert. Dieses neue Angebot fußt auf der zentralen Idee, dass bisherige Unterrichtszeiten, die hauptsächlich auf die Zeit von 8-13 Uhr verteilt sind, weder Schülern noch Lehrern genügend Zeit und Entwicklungsmöglichkeiten für die Leitidee "Schule als Lebensraum" geben. Daher werden die Schulstunden nun auf den Zeitraum von 8-15 Uhr verteilt. Hausaufgaben (schriftliche) werden bereits während dieser verlängerten Anwesenheit an der Schule erledigt. Mittags wird ein Essen an der Schule angeboten. Erste Erfahrungen mit einer zeitlich begrenzten Versuchsphase stimmen sehr otpimistisch. Bei diesem Schulmodell wird eine neue Form der Ganztagsschule erprobt, die sich deutlich vom gängigen Modell der bisherigen Ganztagsschulen an bayerischen Schulen unterscheidet. Daher bezeichnet man den Ansatz der Adalbert-Stifter-Schule als Ganztagesangebot, um eine bessere sprachliche Unterscheidung zu erreichen. Ziel ist letztlich für alle Schüler einen Schulerfolg zu gewährleisten, der deren Leistungs- und Entwicklungspotential entspricht. Eine Quote von 15-20 Prozent der Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen, soll so mittel- bzw. langfristig der Vergangenheit angehören.
Für die Umsetzung dieser neuen Schulform ist auch ein erweitertes Raumangebot an der Schule vonnöten. Grundsätzlich hat sich der Stadtrat einer Erweiterung aufgeschlossen gezeigt und einen entsprechenden Planungs- und Entwicklungsauftrag für ein Raumprogramm vergeben. Zur Zeit wird dieses Raumprogramm auf der Grundlage der Fördermöglichkeiten im Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung (IZBB-PRogramm) geprüft. Demnächst sollen diese Planungen dem Stadtrat zur Diskussion und Entscheidung vorgelegt werden.