Allgemeines zum Equal-Projekt (abgeschlossen)
Die aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanzierte Gemeinschaftsinitiative EQUAL zielte darauf ab, neue Wege zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten von Arbeitenden und Arbeitsuchenden auf dem Arbeitsmarkt zu erproben. Im Vordergrund stand die Förderung von Humanressourcen, insbesondere die berufliche Integration am Arbeitsmarkt benachteiligter Personengruppen sowie die Verbesserung des lebensbegleitenden Lernens und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.
EQUAL war eingebettet in die Europäische Beschäftigungsstrategie und baute auf den Erfahrungen der vorausgegangenen Gemeinschaftsinitiativen ADAPT und BESCHÄFTIGUNG auf.
Im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative EQUAL wurden innovative Modelle gefördert, die geeignet waren, Ungleichheiten und Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt zu beseitigen. Ziel war, erfolgreiche Modelle in das bestehende Förderinstrumentarium im Bereich Bildung und Beschäftigung zu implementieren. Inhaltlich konnte es sich dabei um Prozessinnovationen (z.B. neue Methoden/Konzepte), um zielorientierte Innovationen (z.B. neue arbeitsmarktpolitische Zielsetzungen) oder um kontextorientierte Innovationen (z.B. Optimierung institutioneller Strukturen) handeln. Insofern wurde EQUAL auch als ein "arbeitsmarktpolitisches Laboratorium" betrachtet.
Die Projekte konnten dabei aus den verschiedensten Themenbereichen kommen, mussten sich jedoch an den vier Säulen der beschäftigungspolitischen Leitlinien orientieren.
Die Umsetzung der Projekte im Rahmen von EQUAL erfolgte durch Netzwerke, sogenannten Entwicklungspartnerschaften und vollzog sich in vier Aktionen bzw. zeitlichen Phasen.
Zur Implementierung erfolgreicher Konzepte in Politik und Praxis war es erforderlich, die aus den Projekten gewonnen Erfahrungen und Ergebnisse zu verallgemeinern und denen zugänglich zu machen, die eine Umsetzung ermöglichen können, insbesondere also Politiker, Sozialpartner, Bildungseinrichtungen sowie andere maßgebliche Arbeitsmarktakteure. Beispielhafte Ansätze sollten sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene zu Lösungen zur Bekämpfung von Ungleichheiten und Diskriminierung beitragen. Diesem "Mainstreaming-Prozess" kam daher besondere Bedeutung zu. Mainstreaming fand auf zwei Ebenen statt: Horizontales Mainstreaming beschrieb den Austausch von Erfahrungen und die Verbreitung von Ergebnissen auf operationeller Ebene. In diesem Fall konnten z.B. Entwicklungspartnerschaften aus dem gleichen Themengebiet, aber auch andere Organisationen mit ähnlichen Arbeitsschwerpunkt, zusammenarbeiten. Unter vertikalem Mainstreaming verstand man hingegen den Transfer von Erfahrungen und Ergebnissen auf die politische, rechtliche und institutionelle Ebene, wie z.B. Ministerien, Sozialpartner.
Ein weiteres wesentliches Element der Gemeinschaftsinitiative EQUAL war die transnationale Zusammenarbeit mit anderen europäischen Partnern, die ähnliche Konzepte entwickeln und umsetzen. Sie ermöglichte, gegenseitig von den Erfahrungen des anderen zu lernen. Letztendlich trug sie damit auch dazu bei, länderübergreifende arbeitsmarktliche Probleme zu lösen. Deshalb musste jede Entwicklungspartnerschaft mit mindestens einem Partner aus einem anderen Mitgliedsland zusammenarbeiten.
Für die Umsetzung von EQUAL standen in der Bundesrepublik Deutschland für die Programmlaufzeit 2000 - 2006 insgesamt 514,4 Mio. EUR aus Mitteln des ESF zur Verfügung. Diese wurden durch nationale Kofinanzierungsmittel nahezu verdoppelt auf 982,1 Mio. EUR.
40% (205,8 Mio. EUR) der ESF-Mittel wurden in der ersten Förderphase (2002 - 2005) aufgewandt.
Von den 514,4 Mio. EUR flossen 40,6% in Ziel 1-Gebiete (neue Bundesländer), 59,4% in Nicht-Ziel 1-Gebiete (alte Bundesländer).
Die Europäische Union wendete insgesamt 2,973 Mrd. EUR aus Mitteln des ESF für die Gemeinschaftsinitiative EQUAL auf.
Quelle: www.equal-de.de (Ofizielle Projektinfoseite)
Equal: Ein eigenständiges Projekt
Von 2005 bis Ende 2007 wurde das Equal-Programm als ein eigenständiger Projekttyp, der aber in der konkreten Entstehung und Umsetzung eng mit dem Programm Soziale Stadt Forchheim verbunden ist, umgesetzt. Daher erläutern wir auf dieser Seite, was Equal im Allgemeinen und speziell in Forchheim bedeutete.
Equal in der Region Bamberg-Forchheim
Ende Dezember 2004 wurde die Projektpartnerschaft Equal Bamberg-Forchheim vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit in die Förderung aufgenommen. Projektbeginnwar der 1.1.2005. Die Entwicklungspartnerschafte arbeitet bis Ende 2007. Erste Projekte mit Teilnehmern (operative Teilprojekte) begannen am 1.7.2005. Vorher wurden die Arbeitsbeziehungen aufgebaut, ein Evaluator musste gesucht werden und transnationale Partner mussten für eine Zusammenarbeit gewonnen werden. Die Koordinierung lag bei der WIR-BAFO, der Koordinierungsstelle für die Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim.
Gefördert wurden Projekte mit besonders innovativem Charakter, die im Falle dieser Entwicklungspartnerschaft Benachteiligten einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt verschaffen sollten. Die Gesamtsumme der Kosten belief sich auf ca. 2,3 Millionen Euro. Der größere Teil dieser Summe wurde durch Teilnehmerbeiträge vor allem Dritter (z.B. Agentur für Arbeit) eingebracht. Knapp eine Million Euro steuerte die EU bei.
Erfolgreicher Anstoß durch die Soziale Stadt
Auch wenn das Equal-Projekt die ganze Region Bamberg-Forchheim betraf, waren doch umfassende Maßnahmen in Forchheim verankert. Vor allem auch in Forchheim-Nord fanden die Maßnahmen ihre Teilnehmer/-innen, da dort überdurchschnittlich viele Bewohner ohne Schulabschluss, berufliche Ausbildung und in der Folge ohne Arbeit sind.
Das Equal-Projekt wurde von der Sozialen Stadt aus mit angestoßen. Der Forchheimer Norden profitierte durch das Projekt umfassend.
Für weitere Informationen:
Entwicklungspartnerschaft BAFO
c/o Wirtschaftsregion Bamberg Forchheim WIR; Herr Häring, Ludwigstr. 23, 96052 Bamberg; Telefon 0951/85225.
genehmigte Teilprojekte in Equal-BA-FO
| Region | Organisation | Projekttitel |
| BA/FO | Regionalmanagement Wirtschaftsregion Bamberg – Forchheim (Koordinierung) | TP Durchführungsphase/ Koordinierung |
| FO | Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Forchheim e.V. | Hilfen für arbeitslose Jugendliche |
| BA | Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Bamberg Stadt und Land e.V. | LIBA Leben Integration Beruf Ausbildung |
| BA | Berufliches Bildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH | In der Werkstatt die Sprache lernen |
| BA | Berufliches Bildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH | Coaching f. Frauen mit Migrationshintergrund |
| FO | Berufliches Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH | Praxisorientierte vertiefte Berufsorientierung |
| FO | KONZEPT bildung | BISA Berufliche Integration soz. Auffälliger |
| FO | Landratsamt Forchheim | GRÜBELN Existenzgründer/innen; Beraten und Lenken |
| FO | Pack mer´s Gebrauchtwarenhof gGmbH | 55 plus und 25 minus |
weitere Beteiligte
Neben vielen strategischen Partnern wie z.B. den Niederlassungen der Agentur für Arbeit und den Arges (SGBII) wurden inzwischen auch transnationale Partner eingebunden. So wurde mit französischen (Region Straßburg) und spanischen (Region Cordoba) Partnern ein Austauschprogramm vereinbart.
Mit der begleitenden Evaluation wurde das BASIS-Institut in Bamberg beauftragt.